Bleistein, Marco

Dissertationsthema:
"'Alia ex alia nexa.' Strukturalistische Untersuchungen zu Ciceros Philosophieren." 

Promotionsstipendien

  • der Hanns-Seidel-Stiftung, 1.1.2015 - 30.06.2015.
  • der Studienstiftung des deutschen Volkes, 1.7.2015-30.6.2017

Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
Institut für Klassische Philologie der Universität Würzburg
Residenzplatz 2, Südflügel
97070 Würzburg

E-Mail an Herrn Bleistein

Erstbetreuer: 

Prof. Dr. Christian Tornau

Zweitbetreuer: 

Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Erler

Prof. Dr. Jörn Müller

Klasse in der Graduiertenschule:
„Philosophie, Sprachen, Künste“

Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2014/2015.

Abstract:
Ziel der Dissertation ist es, ein für Cicero konstitutives Denkmuster in seinen philosophischen Schriften aufzuzeigen und die Erkenntnisse für eine Interpretation von Ciceros Verständnis von Philosophie und Welt nutzbar zu machen. Dies geschieht über eine innovative Methodik, die dem literaturtheoretischen Strukturalismus zugeordnet werden kann.

Die strukturalistische Theorie dient als Ausgangsbasis, ihre Fachtermini werden als Ordnungsangebote aufgefasst, um ein neues Licht auf einen bekannten Klassiker zu werfen. Während bislang oft die Intention der ciceronischen Schriften Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen war, geht diese Arbeit von der Struktur der Texte aus, in der sich Ciceros antithetisches Denken manifestiert. So lassen sich im Text begriffliche Gegensatzpaare, so genannte Dichotomien oder binäre Oppositionen, identifizieren und klassifizieren. Interessanterweise aber ist die semantisch-strukturale Gegenüberstellung in den philosophischen Schriften immer nur der Ausgangspunkt eines Denkmusters, das von der Analyse, der Trennung, zur Synthese, der Vereinigung (von Getrenntem, aber eigentlich Zusammengehörigem), fortschreitet – analog zur Progression im Text. Dies lässt sich, so die These, in sämtlichen Bereichen des ciceronischen Philosophierens nachweisen, in der Kulturphilosophie ebenso wie in der Erkenntnistheorie, in der rhetorischen Abhandlung De oratore ebenso wie im philosophischen Spätwerk Tusculanae Disputationes.

Die zu erstellende Dissertation will dabei nicht nur konkret im Kleinen an textlichen Motiven arbeiten, sondern erhebt den Anspruch, das abstrahierte Denkmuster ‚Analyse-Synthese’ als globale ‚Interpretationsfolie’ für das Philosophieren Ciceros zu beschreiben und anzuwenden.