Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Vorträge, Lesungen, Soireen

    Wir planen stets neue Veranstaltungen für das jeweils kommende oder aktuelle Semester. Einen Überblick über alle jeweils aktuell geplante Veranstaltungen finden Sie in unserem Semesterkalender. Darüber hinaus empfehlen wir, dass Sie diese Seite oder "Aktuelles" immer wieder ansteuern, um unsere neuen Angebote zu finden.

    Aktuelles Programm (Stand: 23. März 2016)


    Plakat zur Veranstaltung. Zum Vergrößern bitte anklicken.

    Barmherzigkeit.

    Philosophische, religiöse, politische, rechtliche und soziologische Fragen.

    - Interdisziplinäres Symposion -

    28. und 29. April 2016
    28. April: 10:00h-18:00h
    29. April: 9:30h-13:30h

    Ort: Gebäude Rudolf Virchow Zentrum (Gebäude D 15), Gelände Uni-Klinikum, Josef-Schneider-Str. 2, Raum D15.00.047, Erdgeschoß. Wir schildern innerhalb des Gebäudes aus.

    Zum Inhalt:
    Die meisten Menschen stimmen zu, dass Barmherzigkeit eine Tugend ist. Dabei werden im allgemeinen diejenigen als menschliche Vorbilder hervorgehoben, die anderen Menschen zu ihrem Recht verhelfen oder aufgrund ihres Mitgefühls zugunsten anderer Menschen auf ihre eigenen persönlichen Anliegen verzichten; Menschen, die Unrecht verzeihen, die mit benachteiligten Personen teilen, Menschen, denen es wichtiger ist zu geben als zu nehmen. In der Tat formuliert der schottische Philosoph David Hume (1711-1776), dass die größten menschlichen Tugenden seien, die Bedrängnis Anderer zu erleichtern, die Leidenden zu trösten und Großmut gegenüber Handlungen Anderer zu zeigen. Trotz dieser Hochachtung vor der Barmherzigkeit wird ihre normative Rolle im öffentlichen Leben oft mit Skepsis betrachtet. Diese Skepsis rührt von einem unterschiedlichen Verständnis der Barmherzigkeit aus theologisch-religiöser Sicht und der Vorstellung von Barmherzigkeit in Philosophie, Politik und Recht.

    Unter dem Begriff "Barmherzigkeit" versteht man im Allgemeinen Miteinander, Mitgefühl, Mitleid, Mitempfinden, Empathie, Vergebung und Gewogenheit; zudem scheint Erbarmen vor allem auch mit humanitären Aktivitäten identifiziert zu werden. Diese unterschiedlichen Auffassungen von Barmherzigkeit können dann problematisch werden, wenn die verschiedenen kontextuellen Verwendungen des Begriffs nebeneinander zur Anwendung kommen und Barmherzigkeit aus moralischer Sicht betrachtet wird.

    In rechtlichen und philosophischen Traditionen wird Barmherzigkeit entweder supererogatorisch als Nachsicht über die Norm hinaus betrachtet oder als strafende Nachsicht. Demnach postulieren einige Theoretiker und politische Entscheidungsträger, dass Barmherzigkeit ein Potenzial für die öffentliche Tugend hat. Wie Thomas von Aquin beobachtet, man kann der Umfang der Barmherzigkeit nicht nur auf den rechtlichen Kontext beschränkt werden. Es gibt offenbar Anlässe, bei denen sich eine Verpflichtung einstellt, Barmherzigkeit zu zeigen.

    Insofern ergeben sich mehrere Fragen: Was ist Barmherzigkeit? Ist ein obligatorischer Status der Barmherzigkeit vertretbar? Wer sollte barmherzig sein? Wem gegenüber sollte man barmherzig sein, wenn es erforderlich ist? Welche Rechtfertigung dafür gibt es? Verletzt die Barmherzigkeit das Recht? Kann Barmherzigkeit als ein Grund für eine öffentliche oder politische Handlung angewandt werden? Daher gilt: welche praktischen Auswirkungen kann eine interdisziplinäre Auffassung von Barmherzigkeit auf Politik, juristische Prozesse und Gesellschaft haben? Das Symposium widmet sich dem Thema der Barmherzigkeit aus philosophischer, theologischer, religiöser, anthropologischer, soziologischer, rechtlicher und politischer Perspektive.

    PROGRAMM

    PROF. DR. HOLGER ZABOROWSKI (Vallendar) „Die Politik der Barmherzigkeit.“

    PROF. DR. MONIKA KIRLOSKAR-STEINBACH (Konstanz)
    „Ethik der Immigration: drei Begründungsmodelle.“

    PROF. DR. MATHIAS MÖHRING-HESSE (Tübingen)
    „Warum barmherzig gerechter wäre. Kritik des fürsorgenden Sozialstaats.“

    DR. FRANZISKA DÜBGEN (Kassel)
    „Mercy and/or Justice? Foundations and Critique of Mercy in Legal Philosophy.“

    PROF. DR. MICHELLE BECKA (Würzburg/Berlin)
    „Barmherzigkeit – Von der Wesensbeschreibung Gottes zum Kriterium sozialstaatlichen Handelns?“

    MAG. SR. MONIKA EDINGER (Würzburg) „Barmherzigkeit als Caritas.“

    Anmeldungen bis spätestens 20. April 2016 per Email an:
    christiana.idika@stud-mail.uni-wuerzburg.de

    Organisation/Ansprechpartnerin
    Christiana Idika
    Propmovierende der Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften
    Universität Würzburg
    Tel: +49 (0) 17670298847
    WWW: tiny.cc/GSH-Idika

    Die Veranstaltung findet statt mit der freundlichen Unterstützung der Sparkasse Mainfranken Würzburg.


    Nach oben

    Kontakt

    Graduate School of the Humanities
    Josef-Schneider-Straße 2
    Haus D15
    97080 Würzburg

    Suche Ansprechpartner

    Medizin, Geb. D15