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Deutsch Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Jennewein, Tobias

    Dissertationsthema:
    "Chaos und Kollektiv - die Komödie im Kontext
    des postdramatischen Theaters."

    Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
    Institut für deutsche Philologie
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    E-Mail an Herrn Jennewein

    Erstbetreuer: Prof. Dr. Stephan Kraft

    Zweitbetreuende: 

    Prof. Dr. Wolfgang Riedel

    Prof. Dr. Achim Geisenhanslüke (Univ. Frankfurt)

    Klasse in der Graduiertenschule: "Philosophie, Sprachen, Künste"

    Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2021/2022.

    Abstract:
    Mit dem Begriff des postdramatischen Theaters verbindet man performative Transgressionen, entgrenzte Formen und allgemein einen Hang zu Chaos und Exzessivität. Doch erst indem das postdramatische Theater die Artifizialität seiner Entgrenzungen mitdarstellt und seinen Scheincharakter aufhebt, folgt es nicht mehr einem dramatischen Illusionismus, sondern verfährt im eigentlichen Sinne ‚post-dramatisch‘. Hans Thies-Lehmann hat die Dialektik von Transgression und ästhetischem Form- bzw. Reflexionsspiel mit Blick auf das Verhältnis von postdramatischem Theater und Tragödie untersucht. Mit Rekurs auf Bernhard Greiners komödientheoretisches Standardwerk Die Komödie. Eine theatralische Sendung richtet die projektierte Dissertation den Fokus gewissermaßen ergänzend auf die Beziehung des postdramatischen Theaters zur Komödie, die transgressive Effekte in einer bis zu Aristophanes zurückreichenden Traditionslinie häufig durch den Einsatz von Ironie und Parabase erzielt: Dabei rücken weniger tragische Einzelschicksale in den Vordergrund als vielmehr Formierungen von Kollektiven, die mitunter selbst zu dionysischer Entgrenzung tendieren.

    Konkret gilt es in der Analyse einschlägiger Dramen u.a. von Werner Schwab, Elfriede Jelinek, René Pollesch und Ferdinand Schmalz herauszufinden, wie AutorInnen, die mit der Postdramatik assoziiert werden, in ihren Stücken das Spannungsverhältnis von Form und Formverlust, Ordnung und Chaos auf der Grundlage der Gattung ‚Komödie‘ bzw. von distinkten Komödiensetzungen ausagieren. Darüber hinaus geht es darum zu zeigen, dass sich das Forminventar und die Subversionskraft des postdramatischen Theaters auch aus der Komödie als nachgerade klassischer bzw. traditioneller Dramengattung speisen.