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Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Gerasimenko, Annika

    Dissertationsthema:
    „Das Ringen der chilenischen Nation um kollektive Identität und der Umgang mit kultureller Alterität - eine ethische Analyse“

    Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
    Professur für Christliche Sozialethik
    Bibrastraße 14
    97070 Würzburg

    E-Mail an Frau Gerasimenko

    Erstbetreuer/in:  Fr. Prof. Dr. Michelle Becka

    Zweitbetreuende: 

    Prof. Dr. Johannes Först

    Prof. Dr. Thomas Fischer (Kath. Univ. Eichstätt)

    Klasse in der Graduiertenschule:  "Altertum, Geschichte und Religion"

    Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2020/21.

    Abstract:
    Meine Arbeit beschäftigt sich mit der nationalen kollektiven Identität in Chile sowie dem daraus resultierenden Umgang mit kultureller Alterität. Meine Hauptthese lautet, dass in Chile politisch und gesellschaftlich kein Konsens darüber herrscht, was die Identität der Nation ausmacht bzw. ausmachen soll, da seit der Kolonialzeit stets eurozentristisch ausgerichtete Minderheiten diese für alle auf dem chilenischen Territorium Lebenden vorgegeben und dabei eine faktisch nicht existente kulturelle Homogenität behauptet und angestrebt haben. Im Rahmen dieses Homogenisierungsbestrebens, das bis heute existiert, wird kulturelle Alterität als Defizit bzw. als Indiz der Inferiorität wahrgenommen und als Bedrohung der nationalen Sicherheit abgewehrt.

    Mit meiner Arbeit verfolge ich das Anliegen, den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit kultureller Alterität im Sinne eines Identitätskonfliktes, dessen Ursachen in der Vergangenheit liegen, zu verstehen, ihn am Beispiel von den indigenen Mapuche und den intraregionalen Migranten zu explizieren, zu problematisieren und aus sozialethischer Sicht Lösungen für ein neues Miteinander hin zu gegenseitiger Anerkennung aufzuzeigen. Dabei sollen interkulturelle Ansätze „von oben“ seitens der Politik und „von unten“ aus der Zivilgesellschaft in den Blick genommen werden. Für Letzteres möchte ich konkret christliche Akteure in der Hafenstadt Valparaíso den Blick nehmen. Die angedachte Richtung möglicher Lösungsvorschläge für den zu untersuchenden Problembereich sind beispielsweise die Etablierung einer neuen politisch-ethischen Konzeption von Zugehörigkeit und Gerechtigkeit, die mit kolonialistischen Denk- und Handlungsmustern bricht sowie die konstitutionelle Anerkennung der plurikulturellen Realität Chiles.