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    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Lambrecht, Gabriella

    Dissertationsthema:
    "Wahrheitsdiskurse in den Chroniken des 16. und 17. Jahrhunderts im Kontext des Bürgerkriegs in Peru." (Arbeitstitel)

    Promotionsstipendium
    des Cusanuswerks (1.Mai 2015 - 30. April 2016).

    Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
    Neuphilologisches Institut - Romanistik
    Universität Würzburg
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    E-Mail an Frau Lambrecht

    Erstbetreuer:  Prof. Dr. Gerhard Penzkofer

    Zweitbetreuer: 

    Frau Prof. Dr. Irmgard Scharold

    Prof. Dr. Christian Wehr

    Klasse in der Graduiertenschule: „Philosophie, Sprachen, Künste“

    Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2014/2015.

    Abstract:
    Diese Dissertation beschäftigt sich mit der Kolonialliteratur Lateinamerikas, also mit den Chroniken und Schriften des 16. und 17. Jahrhunderts, der sogenannten historiografía indiana. Mein Textkorpus betrifft die Eroberung Perus. Es setzt sich wie folgt zusammen:

    - Pedro de Cieza de León: La crónica del Perú (1540-1550) - Agustín de Zárate: Historia del Descubrimiento y Conquista del Perú (1555) - Diego Fernández, el Palentino: Historia del Perú (1571) - Pedro Pizarro: Relación del descubrimiento y conquista de los reinos del Perú (1571) - Garcilaso de la Vega: Comentarios reales de los Incas (1609) - Guaman Poma de Ayala: El primer nueva corónica y buen gobierno. (1615/1616) - Martín de Murúa: Historia del Pirú (1616)

    Die Eroberung Perus unterscheidet sich von anderen Eroberungen insbesondere durch die brutalen und langandauernden Bürgerkriege. Bereits vor der Eroberung Perus fanden kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Angehörigen verschiedener Linien des Inkageschlechts statt, nämlich jener Inka Huáscars und seinem unehelichen Halbruder Inka Atahualpa. Jedoch erlangte der bereits vorherrschende Bruderkrieg durch die Eroberung eine neue Dimension: Es kam zu intensiven kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den erobernden Spaniern, in erster Linie repräsentiert durch die Familie der Pizarros auf der einen, sowie die Anhänger Diego Almagros auf der anderen den Seite. Beide Erobererparteien kämpften also nicht nur gegen die Indigenen, sondern sie bekämpften sich gegenseitig und lösten damit einen Jahrzehnte lang andauernden Bürgerkrieg in Peru aus.

    Dieser bislang aus literaturwissenschaftlicher Sicht kaum erforschte Bürgerkrieg ist Gegenstand meiner Arbeit. Im Zentrum steht die Untersuchung der narratologischen Perspektivierung dieser Gewaltakte in den Chroniken des 16. bzw. 17. Jahrhunderts, darüber hinaus auch die damit verbundene Rhetorik der Sympathielenkung für eine der Parteien und die Analyse der Darstellung des Eigenen und des Fremden im Gewaltkontext. Bezugsliteratur hierfür ist Tzvetan Todorovs Die Eroberung Amerikas: Das Problem des Anderen (1985).  

    Wesentlich ist diese Untersuchung deshalb, weil ethnische Verbindungen in Peru im Kontext von Gewalt und Terror – unüblich für Bürgerkriege – weniger relevant sind, um die eigene Identität zu definieren sowie sich vom Anderen zu differenzieren; viel relevanter ist der Aspekt der vorteilshaften Koalitionsbildung und trotz allem die moralische Überlegenheit gegenüber dem als „anders“ Empfundenen, die im Zweifel durch die Verleugnung und Nicht-Anerkennung der eigenen Gewalt in den Texten manifestiert wird.

    Die Arbeit wird wie folgt aufgebaut: In einem ersten Schritt soll definiert werden, was Bürgerkrieg zu jener Zeit bedeutet, daraufhin wird die Lesart der Chroniken als nicht rein faktuale sondern auch fiktionale Texte erläutert und meine Untersuchungsmethodik geklärt. Im Hauptteil meiner Arbeit wird das Korpus an Chroniken und Schriften untersucht, wobei neben der Darstellung der Gewalt auch den Aspekten der Verknüpfung von Gewalt und Religion sowie Gewalt und Ökonomie Rechnung getragen werden soll.


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