"Tatort Mittelalter"
23.11.2026Ringvorlesung des Würzburger Altertumswissenschaftlichen Zentrums im WS 2026/27
Mord, Diebstahl, Betrug - Kriminalität gab und gibt es zu allen Zeiten. Wo Normen verletzt werden, stellen sich Fragen nach Schuld und Verantwortung, nach Recht und Unrecht, nach Strafe, Vergeltung und Gerechtigkeit. Zugleich üben Verbrechen seit jeher eine besondere Faszination aus, wie die anhaltende Popularität von Kriminalromanen, Fernsehserien und True-Crime-Formaten zeigt. Sie werden erzählt, psychologisch und juristisch durchleuchtet und laden zur Suche nach Motiven und Tätern ein.
Auch die antiken Kulturen kenne solche Formen von Kriminalität. Schriftliche und materielle Quellen überliefern spektakuläre Fälle ebenso wie alltägliche Rechtskonflikte und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Täter, Opfer und die Gesellschaften, in denen diese Taten verhandelt wurden. Dabei ist stets zu bedenken, dass die Überlieferung selektiv ist und nur bestimmte Stimmen sichtbar macht. Zugleich bieten die Zeugnisse wertvolle Einblicke in den gesellschaftlichen Umgang mit Rechtsbrüchen sowie in die Normen- und Wertesysteme antiker Kulturen.
Die Ringvorlesung "Tatort Antike" widmet sich den unterschiedlichen Aspekten von Verbrechen, Kriminalität und Recht aus den Perspektiven verschiedener altertumswissenschaftlicher Disziplinen. Sie thematisiert die Rechtssysteme antiker Kulturen ebenso wie einzelne Kriminalfälle.



