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    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Ringvorlesungen

    Wir planen stets neue Veranstaltungen für das jeweils kommende oder aktuelle Semester. Einen Überblick über alle jeweils aktuell geplante Veranstaltungen finden Sie in unserem Semesterkalender. Darüber hinaus empfehlen wir, dass Sie diese Seite oder "Aktuelles" immer wieder ansteuern, um unsere neuen Angebote zu finden.


    Monster, Chimären und andere Mischwesen in den Text- und Bildwelten der Vormoderne

    Ringvorlesung des Kollegs „Mittelalter und Frühe Neuzeit“ im WS 2019/2020

    Zeit und Ort

    Dienstags, 19.30 Uhr
    Toscanasaal der Residenz (Südflügel)
    Beginn: 15.10.2019

    Einen interaktiven Lageplan können Sie hier einsehen. 

    Flyer zur Ringvorlesung (Front, PDF)

    Flyer zur Ringvorlesung (innen, PDF)

    Veranstalter:  Kolleg „Mittelalter und Frühe Neuzeit“

    in Kooperation mit der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften, dem Studium Generale der Universität Würzburg und der Katholischen Akademie Domschule Würzburg

    Organisation und Kontakt:

    Prof. Dr. Brigitte Burrichter
    Lehrstuhl für Französische und Italienische Literaturwissenschaft
    Am Hubland
    97074 Würzburg
    Tel. 0931/31-85684
    eMail: brigitte.burrichter@uni-wuerzburg.de

    Prof. Dr. Dorothea Klein
    Lehrstuhl für deutsche Philologie
    Am Hubland
    97074 Würzburg
    Tel. 0931/31-85610
    eMail: dorothea.klein@germanistik.uni-wuerzburg.de

    Anrechnung für das Studium

    Beim Besuch der Veranstaltung können 3 ECTS-Punkte im ASQ-Bereich und im Freien Bereich erworben werden.

    Zum Inhalt

    Ungeheuer von erschreckender Größe und Hässlichkeit, missgebildete Gestalten oder Hybride halb Mensch, halb Tier, Wesen jedenfalls, die vom menschlichen Normalmaß erheblich abweichen, haben von alters her die Phantasie beflügelt. Die imaginäre Welt der Antike und des Mittelalters ist voll von solchen Wesen: Bildende Kunst und Literatur legen davon beredtes Zeugnis ab. Zum Teil gingen sie auch in enzyklopädische Wissensbestände ein. So verschieden die Erscheinungsformen, so verschieden sind aber auch die Vorstellungen und symbolischen Bedeutungen, die man an das Monströs-Deviante geheftet hat. Das zu zeigen, ist Ziel unserer Ringvorlesung, an der Altorientalisten, Theologen, Klassische Archäologen, Indologen, Kunsthistoriker, Literatur- und Kulturwissenschaftler beteiligt sind. Leitfragen sind: Begünstigen bestimmte Text- und Bildtypen die Erscheinungsformen des Monströsen oder Hybriden und, wenn ja, welche? Was ist das narrative und ikonische Potential solcher Figuren, und welches Erkenntnisinteresse ist an sie geknüpft? Was bringen die Phantasmagorien zum Ausdruck, wie lassen sie sich deuten?

    Programm

    15.10.2019 – Dahlia Shehata (Würzburg): Monsterschreck und Schutzgenius: Mischwesen im antiken Zweistromland 

    22.10.2019 – Bernhard Lang (Paderborn und Berlin): Seraf, Satan, Leviatan: Monster im Weltbild der Bibel

    29.10.2019 – Marie-Christina Boerner (Rennes): Monster überall! Vielgestaltige Mischwesen in der mittelalterlichen Kunst

    5.11.2019 – Matthias Steinhart (Würzburg): Von Ungeheuern und Menschenfreunden, oder: Die Zwiespältigkeit der Mischwesen in der klassischen Antike

    12.11.2019 – Joachim Hamm (Würzburg): „Monster studies“. Die „Wundermenschen“ in Enzyklopädien und Naturbüchern des Mittelalters

    19.11.2019 – Dorothea Klein (Würzburg): Erzieher, Ordnungsstörer, poetologische Chiffre: Zur funktionalen Vielseitigkeit monströser Figuren im mittelalterlichen Roman

    26.11.2019 – Sophie Marshall (Jena): Das Ungeheuer Grendel und sein Drachenhaut-Handschuh im altenglischen 'Beowulf'

    3.12. 2019 – Brigitte Burrichter (Würzburg): Monster? Monströse Figuren in den Chansons de geste

    10.12.2019 – Matthias Teichert (Göttingen): Monstren in der altwestnordischen Mythologie und Heldensage

    17.12.2019 – Christian Buhr (Würzburg): Monströse Herrscher

    7.1.2020 – Jörg Gengnagel (Würzburg): Yoginīs: Weibliche Mischwesen als Schutzgöttinnen im sakralen Raum

    14.1.2020 – Damian Dombrowski (Würzburg): „Centaurus Florentinus“: Botticelli ­ – Michelangelo –­ Giambologna

    21.1.2020 – Zeno Ackermann (Würzburg): „Strange bedfellows" – Mischwesen bei Shakespeare

    28.1.2020 – Miriam Wallraven (Würzburg): Zwischen Monster und Übermensch: Die Figur des Vampirs in der englischsprachigen Literatur 


    "Magie: Texte, Praktiken, Stereotypen"

    Ringvorlesung des WAZ im WS 2019/2020

    Zeit und Ort:

    Toscanasaal der Würzburger Residenz (Südflügel)
    An  den angegebenen Montags-Terminen, jeweils 18:15 Uhr.
    Beginn: 21.10.2019.

    Der Eintritt ist frei.

    Home Page des WAZ mit weiteren Informationen.

    Zum Inhalt:

    Seitdem der Mensch an göttliche Mächte glaubt, dürfte die Idee Verbreitung gefunden haben, dass diese metaphysische Welt nicht nur durch Gebete und Opfer beeinflusst werden kann, sondern auch durch Zauberei. Das Konzept der Magie, Komplement oder Pendant zur Religion, basiert so auf der Annahme, dass ausgewählte Medien durch übersinnliche Fähigkeiten oder eigentümliche Rituale dazu in der Lage sind, sich Zugriff auf die transzendenten Kräfte in der Welt zu verschaffen. Jedenfalls sind es stets nur wenige Eingeweihte (griech.: mágos = Weiser), die diese Rituale ausüben und damit Macht über das Schicksal anderer Menschen gewinnen können.

    Magier, im alten Persien ursprünglich eine Art Priesterkaste, waren so zu allen Zeiten schillernde Figuren, bewundert und gefürchtet zugleich. Sprichwörtlich sind Macht und Attraktivität der homerischen Kirke, die Odysseus in ihre Fänge lockte. Große Gelehrte wie Pythagoras oder Mystiker wie Orpheus standen in dem Ruf, über magische Kräfte verfügt zu haben. Selbst Jesus zog nicht nur bei seinen heidnischen Widersachern den Verdacht auf sich, ein Magier zu sein, der Tote zum Leben erwecken kann und Exorzismus betreibt.

    In manchen Kulturen des Altertums zählen magische Praktiken wie z. B. Orakel oder feierliche Rituale zum Schutz des Königs zur Staatsreligion, in anderen finden sie, als Aberglaube oder Sünden gebrandmarkt, vorzugsweise im Verborgenen statt und eröffnen dort reizvolle Alternativen zu öffentlichen Hilferufen an die Götter. Etwa wenn ihre Ziele eher von individuellen Motiven herrühren, die der Diskretion bedürfen: unerwiderte Liebe, Potenzprobleme, Angst vor Krankheit, Hass und Neid u.v.m. Für alle diese Bedürfnisse warteten die Magier mit geeigneten Hilfsmitteln auf. Amulette wehren den 'bösen Blick' ab, Fluchtäfelchen verwünschen den persönlichen Feind, Bildzauber (ugs. 'Voodoo-Puppe') lässt ihn durch körperliche Gebrechen peinigen. Dabei fällt auf, dass das Wissen über die Magie trotz seiner Exklusivität nicht nur die Jahrhunderte, sondern ganze Kulturen überdauert hat.

    Die Vortragsreihe widmet sich dem Phänomen der Magie aus den unterschiedlichen Perspektiven der altertumswissenschaftlichen Fächer, indem Fallbeispiele aus dem je eigenen Quellenmaterial beleuchtet werden: Texte zur Anleitung von Ritualen, die an Zauberbücher erinnern; Schamanen evozierende Utensilien wie Masken, Messer und Klappern; übelabwehrende Symbole und Bilder zum Hausgebrauch. Dabei geht sie konsequent der Frage nach, welchen Stellenwert magische Praktiken im (religiösen) Leben und Alltag der jeweiligen Kultur einnahmen.

    Bei alledem wird deutlich werden, dass sich schon damals niemand der Faszination der Magie entziehen konnte. Das trug ihr das Interesse der Politik ein: Der Nimbus magischer Kräfte half den Königen ihre Herrschaft zu legitimieren. Unter dem Vorwurf dubioser magischer Praktiken ließen sich ungeliebte soziale Gruppen diffamieren. Trotz aller Abgrenzungsversuche, insbesondere der christlichen Religion, wurde die Macht der Magie jedoch nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Wer kann schon wissen, ob der Zauber nicht doch wirkt?

    Programm:

    21.10. Ziegenkadaver, Hexenfigur und Königspuppe: Das babylonisch-assyrische  Badehaus-Ritual -  Prof. Dr. Daniel Schwemer (Uni Würzburg)

    04.11. Altägyptische Magie – Texte, Praktiken, Stereotypen- Prof. Dr. Hans-Werner Elfert (Uni Leipzig)

    25.11. Der Zauberer von Nazareth. Frühchristliche Wunder im Spiegel heidnischer Magiekritik - Dr. theol. Johannes Pfeiff (Uni Würzburg)

    09.12. Der böse Blick und seine Abwehr. Amulette und Abwehrmittel gegen den bösen Blick in Antike und Neuzeit - Dr. Carina Weiß (Uni Würzburg)

    13.01. Das Charisma inszenieren. Alexander der Große und die Mantik - Prof. Dr. Kai Trampedach (Uni Heidelberg)

    27.01. Magie und Religion in Apuleius' Metamorphosen - PD Dr. Friedemann Drews (Uni Münster)