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Deutsch Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Zetzmann, Vanessa

    Seit 10. Januar 2019
    stellvertretende Promovierendensprecherin.

    Dissertationsthema:
    "Darstellungsweise und dramatische Funktionen von rhetorischem Scheitern in der attischen Tragödie." 

    Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutchen Volkes (1.3.2017 - 28.2.2019)

    Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
    Institut für Klassische Philologie der Universität Würzburg
    Residenzplatz 2A, Südflügel
    97070 Würzburg

    E-Mail an Frau Zetzmann

    Erstbetreuer: Prof. Dr. Michael Erler

    Zweitbetreuer: 

    Prof. Dr. Christian Tornau

    Prof. Dr. Gunther Martin (Univ. Zürich)

    Klasse in der Graduiertenschule:  „Philosophie, Sprachen, Künste“

    Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2016/2017.

    Abstract:
    In dem Dissertationsprojekt wird unter dem Aspekt der scheiternden Reden in der Tragödie eine neuartige Fragestellung an die erhaltenen Texte gestellt, welche neue Aussagen über die Verwendung von Rhetorik in der Tragödie erlaubt. Es soll dazu beitragen, die implizite Rhetorik der attischen Tragödie, d.h. die Reflexion über zielführendes, erfolgreiches Sprechen näher zu erforschen, da v.a. zur Zeit der älteren Tragödie kodifizierte Lehr-Rhetoriken fehlen.

    Hierzu werden zuerst die scheiternden Reden in den Tragödien der drei Tragiker Aischylos, Sophokles und Euripides untersucht, d.h. Reden, in denen Charaktere in ihren Überzeugungsversuchen bei anderen Charakteren versagen. Denn diese Reden müssen möglichst authentisch vor der gesamten Polis eine nachvollziehbare Darstellung von erfolgloser Rhetorik bieten. Sie werden durch genaue Lektüre sowohl sprachlich-stilistisch als auch argumentativ auf die Gründe für ihr Scheitern analysiert. Auch auf die persuasive Funktion expliziter Sprechakte des Überzeugens wie πιθοῦ oder des Scheiterns wie οὑμοὶ μὲν λόγοι ... φροῦδοι wird eingegangen. Dann werden die scheiternden Reden hinsichtlich ihrer Darstellungs- und Funktionsweise verglichen und ihre Kriterien diachron in Bezug gesetzt. Hieraus kann eine implizite Rhetorik e negativo konstruiert werden, die wohl zwischen den Tragikern eine Veränderung aufzeigen wird. In einem zweiten Schritt wird nach der Bedeutung und dramatischen Funktion der scheiternden Reden gefragt, wobei diese vermutlich auf Zuschauerebene irritieren, zum Nachdenken anregen und gleichzeitig für den Plot wichtige Informationen vermitteln. Speziell soll hierbei die Anwendbarkeit moderner Theorien wie der Speech Act Theory und der Kommunikationstheorie geprüft werden. Als Ergebnis soll eine Formulierung der Rhetorik e negativo der einzelnen Tragiker vorliegen, die als Ausblick ins Positive gewendet werden soll und somit zur näheren Erforschung der tragischen Rhetorik beiträgt.