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Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

Ibarrondo Lasa, Alisha

Dissertationsthema: "Existentialismus im postkolonialen Rahmen: Eine Relektüre von Freiheit und Verantwortung im Kontext des Orientalismus."

Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
Institut für Philosophie
Ehrenhof, Südflügel
Residenzplatz
97070 Würzburg


E-Mail an Frau Ibarrando Lasa

Erstbetreuer: Prof. Dr. Matthias Flatscher

Zweitbetreuende:

Prof. Dr. Dag Nikolaus Hasse

Prof. Dr. Rieke Trimcev (Martin-Luther Universität Halle)

Klasse in der Graduiertenschule:  "Philosophie, Sprachen, Künste"

Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2026/27.

Abstract:
Die Arbeit untersucht die Konstruktion der westlichen Identität im Kontext existentialistischer Freiheit und kolonialer Hegemonie. Im Zentrum steht die These, dass der koloniale Diskurs über den „Orient“ (Said) als eine kollektive mauvaise foi (Sartre) begriffen werden kann: Um die ontologische Kontingenz des eigenen Seins zu verdrängen und ein Bild stabiler, rationaler Souveränität aufrechterhalten zu können, entwirft das westliche Subjekt den „Orientalen“ als sein essenzialisiertes, statisches und unterlegenes Anderes. Kolonialismus wird hierbei nicht bloß als äußeres Herrschaftssystem, sondern als institutionalisierte Selbsttäuschung verstanden, die die radikale Freiheit des Individuums in starre hierarchische Kategorien überführt. Durch die Einbeziehung von Hannah Arendts Konzept des Denkens und der Pluralität wird analysiert, wie diese Identitätsstiftung auf einer Verweigerung des Denkens beruht, die alternative Perspektiven systematisch ausschließt und so in eine ethische Gedankenlosigkeit mündet.