Intern
  • Seminarräume und Büros der GSH
Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

Onanov, David

Dissertationsthema: "Die Relationaliät der Sterblichkeit. Zur Ontologie und dem Kollaps geteilter Möglichkeitsräume." 

Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
Institut für Philosophie
Ehrenhof, Südflügel
Residenzplatz
97070 Würzburg


E-Mail an Herrn Onanov

Erstbetreuer:

Prof. Dr. Matthias Flatscher

Zweitbetreuende:

PD Dr. Diego D'Angelo

Prof. Dr. David Espinet (Univ. de Strasbourg)

Klasse in der Graduiertenschule:  "Philosophie, Sprachen, Künste"

Promotion in der Graduiertenschule ab WS 2026/27.

Abstract:
Diese Arbeit bricht mit der philosophischen Tradition, die den Tod primär als isoliertes, unerfahrbares Ereignis begreift. Entgegen der These von Martin Heidegger in Sein und Zeit wird argumentiert, dass das Dasein den Tod des Anderen erleben kann – jedoch ausschließlich im Falle des nahestehenden Anderen. Diese Erfahrung manifestiert sich im Verlust des „Wir“, das sich durch gemeinsame Entwürfe konstituiert. Der Tod des nahestehenden Anderen führt so zum Kollaps dieses dyadischen Möglichseins, wodurch die Grenze zwischen eigenem und fremdem Tod verwischt.

Die Zerstörung dieses Möglichseins, die daraus resultierende Beeinträchtigung der Durchsichtigkeit (des eigentlichen Selbstverständnisses) und der Riss im Mitsein werden als ontologischer Bruch definiert. In der Konsequenz offenbart sich das „Wir“ nicht länger als bloße ontische Gegebenheit, sondern als eine fundamentale Kategorie, die für die Seinsverfassung des Daseins konstitutiv ist. Damit wird der Tod des nahestehenden Anderen als strukturelle Transformation der Existenz fassbar, die das Wesen des Mitseins neu definiert. Darüber hinaus eröffnen diese Konsequenzen eine Neubewertung von Begriffen wie „Spur“ und „Trauer“.