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Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Feldmeier, Marc

    Wir gratulieren herzlich zum bestandenen Rigorosum
    am 29. Juni 2017.

    Dissertationsthema:
    "Archive der Kindheit. Pädagogik und Literatur von Sulzer bis Tieck."

    Stipendium nach dem  Bayerischen Eliteförderungsgesetz  (seit 1.10.2009).

    Kontaktadresse an der Universität:
    Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte
    Institut für deutsche Philologie / Neuere Abteilung
    Am Hubland
    D-97074 Würzburg

    Email an Herrn Feldmeier

    Erstbetreuer: Prof. Dr. Roland Borgards

    Zweitbetreuer:
    Prof. Dr. Wolfgang Riedel
    Prof. Dr. Harald Neumeyer (Univ. Erlangen-Nürnberg)

    Klasse in der Graduiertenschule: "Philosophie, Sprachen, Künste"

    Promotion in der Graduiertenschule seit WS 2008/2009.

    Abstract
    Unter dem Einfluss biopolitischer Maßgaben avanciert die Pädagogik in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu einer Instanz, die das Kind durch spezifische Strategien der Disziplinierung und Kultivierung zum Objekt humankapitalistischer Wertschöpfung erhebt – eine Maxime, die letztlich auch noch im 21. Jahrhundert Gültigkeit besitzt. Die Zöglinge stehen damit im Mittelpunkt eines Einschreibesystems, das vor dem Hintergrund des biopolitischen Leitmotivs, „leben zu machen“ (Michel Foucault), einen umfassenden erzieherischen Zugriff anstrebt.

     

    Ein paradoxes Phänomen stellt in diesem Kontext das kindliche Unbewusste dar: Einerseits trägt die pädagogische Einschreibung zu dessen Ausformung bei, doch zugleich entpuppt sich das Unbewusste als unkalkulierbarer Faktor, denn die Wirkkräfte der „dunklen Vorstellungen“ (Johann Georg Sulzer) heben den Erfolg des Einschreibesystems nicht nur auf den Prüfstand, sie stellen die Effizienz des auf Normierung und Normalisierung zielenden Einschreibesystems Kindheit in Frage.

    Das kulturwissenschaftlich ausgerichtete Dissertationsprojekt will diese Entwicklung spezifischer Wahrnehmungsparadigmen von Kindheit in Pädagogik und Literatur zwischen 1750 und 1800 nachzeichnen. Gegenstand der Untersuchung sind nicht nur fiktionale Texte, sondern auch Abhandlungen aus dem Bereich der aufgeklärten Pädagogik und den angrenzenden Wissenschaften (u.a. Psychologie, Medizin, Theologie und Philosophie), in denen das eingangs umrissene Bild des Kindes entworfen, diskutiert und durchgesetzt wird. Methodisch orientiert sich die Arbeit dabei an der Diskursanalyse Michel Foucaults und dem New Historicism.