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Intern
    Graduiertenschule für die Geisteswissenschaften

    Idika, Christiana Ngozi

    Thema der Dissertation:
    "The Principles of Liberty, Equality, Love, Respect and Solidarity in Rawls and Honneth - Towards an Internomative Hermeneutics for Social Justice."

    Kontaktadresse an der Universität Würzburg:
    Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaft
    Paradeplatz 4
    97070 Würzburg

    E-Mail an Frau Idika

    Erstbetreuer: Prof. Dr. Dr. Gerhard Droesser

    Zweitbetreuer:

    Prof. Dr. Jörn Müller

    Prof. Dr. Wolfgang Klausnitzer

    Klasse in der Graduiertenschule: "Philosophie, Sprachen, Künste"

    Promotion in der Graduiertenschule seit SS 2011.

    Abstract: 

    Englisch:
    What principle can account for an ethical conception of a well-ordered and just society? John Rawls writes that a well ordered society is a society guided by the principle of justice. Rawls assumes that for a society to be conceived as at least relatively just, that it is necessary that its basic social and political institutions distribute the primary goods, rights and liberties, opportunities and powers, income and wealth according to valid principles of justice which are reasonably agreed among citizens in original position under the veil of ignorance through a process of overlapping consensus of different religious, moral and philosophical beliefs depending on reflective equilibrium. For Honneth, a well ordered society is conceived as a society guided by a plural conception of justice explicated under a theory of recognition. He claims that the question of justice is no longer concerned with inequality but elimination of humiliation and disrespect. He argues that this recognition bears a labyrinth of love, right and solidarity.

    It is argued that both authors “share the basic intention of securing for all its citizen the material and institutional condition for the actualization of otherwise merely formal liberties or in Honneth’s terms, mutual self realization.” However Rawls’ argument for the priority of liberty over equality and solidarity on one hand and the normative justification of the claims of recognition in the light it’s polyvalent meaning on the other hand, seems to create plural norms that generate different sources of obligation.

    Therefore, how can philosophy, in view of the plurality of norms in contemporary global social changes, deliver adequate approach towards conflicting and incommensurable ethical values for a conception of social justice for a well-ordered society? Is an integrated interpretation of ethical standards possible without reductionism, assimilation and prioritization? Which role can interculturality and interculturally-oriented hermeneutics play in the treatment of inter-relations of liberty, love, equality, respect and solidarity to yield an inter-normative principle of social justice?

    Liberty, love, equality, respect and solidarity appear decisively in almost all the cultures, religions and even in different disciplines and bear significant normative consequences. However their structural relation presents them as paralell, conflictual, incommensurable, or even hierarchical. The values are necessary in understanding justice that defends both individuals’ good and common good. But it requires an approach that interprets them as structurally related to each other. The study claims that when norms are plural and creates relational problems, they should be interpreted in a way that avoids reduction, assimilation, or prioritization.

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    Deutsch:
    Das Prinzip der Gerechtigkeit und Anerkennung von Rawls und Honneth - Zu einer Internormativen Hermeneutik für soziale Gerechtigkeit

    Welches Prinzip kann als Begründung für eine ethische Konzeption oder Auslegung einer wohlgeordneten und gerechten Gesellschaft gelten? John Rawls schreibt, dass eine wohlgeordnete und gerechte Gesellschaft eine ist die nach dem Prinzip der Gerechtigkeit aufgebaut ist und geführt wird. Rawls geht davon aus, dass für eine Gesellschaft als zumindest relativ gerecht zu gelten oder gelten zu werden, dass es notwendig sei, dass ihre grundlegenden sozialen und politischen Institutionen in der Lage sein sollen die primären Güter, Rechte und Freiheiten, Möglichkeiten und Mächte, Einkommen und Vermögen gemäß gültigen Grundsätzen der Gerechtigkeit zu verteilen.

    Im Gegensatz zu Rawls ist  Honneth der Auffassung, dass eine gerechte Gesellschaft eine ist die von einer pluralen Auffassung von Gerechtigkeit unter einer Theorie der Anerkennung konzipiert wird. Er argumentiert, dass Anerkennung eine Labyrinthstruktur der Liebe, des Rechtes und der Solidarität trägt.

    Es wird argumentiert, dass die beiden Autoren die grundlegende Absicht der Sicherung für alle ihre (die Gesellschaft) Bürger der materiellen und institutionellen Voraussetzung für die Verwirklichung der ansonsten lediglich formalen Freiheiten oder aus der Sicht Honneth’s, gegenseitige Selbstverwirklichung teilen. Jedoch scheint das Argument von Rawls für den Vorrang der Freiheit über Gleichheit und Solidarität auf einer Seite und der der normativen Rechtfertigung davon den Ansprüche auf Anerkennung im Hinblick auf seine mehrwertige Bedeutung auf der anderen Seite, mehrere Normen zu schaffen, die verschiedenen Quellen der Verpflichtung, dem Anschein nach, erzeugen.

    Daher könnte danach gefragt werden: wie Philosophie, angesichts der Vielzahl von Normen und zeitgenössischen globalen gesellschaftlichen Veränderungen, einen ausreichenden Ansatz zur widersprüchlichen und unermesslichen ethischen Werte für eine Konzeption der sozialer Gerechtigkeit für eine wohlgeordnete Gesellschaft liefern kann? Ist eine integrierte Interpretation von ethischen Standards ohne Reduktionismus, Assimilation und Priorisierung möglich? Welche Rolle kann Interkulturalität und eine interkulturell orientierte Hermeneutik bei der Behandlung von Wechselbeziehungen zwischen Freiheit, Liebe, Gleichheit, Respekt und Solidarität spielen um ein inter-normatives Prinzip der sozialen Gerechtigkeit zu erzeugen spielen?

    Freiheit, Liebe, Gleichheit, Respekt und Solidarität treten einschlägig in fast allen Kulturen, Religionen und sogar in verschiedenen Disziplinen auf und tragen deutliche normative Konsequenzen mit sich. Doch ihre strukturelle Beziehung stellt sich als konfliktreich, inkommensurabel oder sogar hierarchisch heraus. Die Werte sind notwendig für ein Verstehen oder Nachvollziehen von Gerechtigkeit, die sowohl das Wohl  der Einzelpersonen als auch der Gesellschaft verteidigt. Aber es erfordert einen Ansatz, der sie als strukturell miteinander verbunden  deutet. Die Studie oder Arbeit möchte behaupten, dass, wenn diese fünf Normen zur Begründung der sozialen Gerechtigkeit Notwendig sind auch plural sind,  und noch dazu relationale Probleme schaffen, sollten sie dann auf eine Art interpretiert werden die eine  Reduktion, Assimilation, oder Priorisierung vermeidet.